Abmahnung

Das Mittel der Abmahnung ist mit Vorsicht zu gebrauchen! Es ist zwar richtig, dass die meisten Kündigungen, insbesondere fristlose Kündigungen Abmahnungen voraussetzen. Nur dann, wenn Straftaten oder Handlungen im Spiel sind, die das Vertrauen des Arbeitgebers endgültig zerstört haben, kann vor einer fristlosen Kündigung ausnahmsweise auf eine Abmahnung verzichtet werden.

 

Auch wenn also das Mittel der Abmahnung geradezu notwendig erscheint, um eine (fristlose) Kündigung durchsetzen zu können, will es wohl überlegt sein, ob der Mitarbeiter durch eine Abmahnung demotiviert wird. Dies ist nämlich in der Regel mindestens die Nebenwirkung eines solchen Vorgehens. Wenn also dem Arbeitgeber daran gelegen ist, mit dem Mitarbeiter weiter in einer guten und effektiven Art und Weise zusammenzuarbeiten, sollte er besser das Gespräch suchen und auf diese Weise darauf hinwirken, dass der Mitarbeiter die Arbeit im Sinne des Arbeitgebers erledigt.

 

Ist es einfach nicht mehr auszuhalten, was der Arbeitnehmer fabriziert, so muss bei der Abmahnung beachtet werden, dass das beanstandete Verhalten ganz konkret bezeichnet wird und dass dem Mitarbeiter deutlich gemacht wird, welches Verhalten in Zukunft erwartet wird. Weiter erfordert die Abmahnung den klaren Hinweis, dass für den Fall einer Wiederholung des Fehlers arbeitsrechtliche Mittel bis hin zu einer Kündigung drohen.

 

Sinnvollerweise sollte in einer Abmahnung immer nur ein Fehlverhalten beanstandet werden, weil dann jede Abmahnung einzeln überprüft wird und bei einer Aufhebung einer Abmahnung die etwaigen weiteren Abmahnungen nicht betroffen sind. 

 

Für die Erteilung einer Abmahnung gibt es keine Fristen, aber sinnvollerweise sollte zwischen dem beanstandeten Verhalten und der Erteilung der Abmahnung nicht zu viel Zeit verstreichen, damit nicht der Eindruck entstehen kann, dass der Arbeitgeber mit dem Verhalten einverstanden ist. 

 

Sofern das Arbeitsverhältnis ohnehin zerrüttet ist liegt es nahe, dass der Arbeitnehmer gegen eine erteilte Abmahnung gerichtliche Schritte einleitet, um auf diese Weise die Möglichkeit zu schaffen, in einer Güteverhandlung oder in dem Verfahren überhaupt auch darüber zu verhandeln, zu welchen Konditionen das Arbeitsverhältnis beendet werden kann. Immerhin hat der Arbeitgeber mit der Abmahnung ja das Signal gegeben, dass eine Kündigung nicht ausgeschlossen erscheint. 

 

Ist dem Arbeitnehmer eher daran gelegen, das Arbeitsverhältnis fortzuführen, so sollte er sich darauf beschränken, eine persönliche Gegendarstellung zu erstellen und den Arbeitgeber darum zu bitten, diese Gegendarstellung zur Personalakte zu nehmen. Hierdurch hat er sich gegen den Vorwurf gewappnet, durch Schweigen habe er die vorgeworfene Handlung eingeräumt.

 

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